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Analoge Fotografie: Totgesagte leben länger!

Fotografieren ist heute keine grosse Sache mehr: Handy raus, knipsen, am besten auch gleich verschicken, fertig. Die Anspruchsvolleren benutzen digitale Spiegelreflexkameras und tüfteln anschliessend am Computer noch an der optimalen Farbeinstellung. Das war nicht immer so. Alle, deren Geburtstag vor der Jahrtausendwende liegt, erinnern sich noch gut daran: Maximal 36 Bilder pro Film und dann noch auf die Entwicklung warten. Jedes Foto eine Überraschung, weil man das Ergebnis vorher nicht zu sehen bekommt. Ist die analoge Fotografie nun tot? Hat sie am Ende auch Vorteile? Hier findest du alle Antworten auf deine Fragen und nützliche Tipps dazu!

Was ist analoge Fotografie?

Der Begriff „analoge Fotografie“ bezeichnet eine Technik, bei der das Bild durch einen optisch-chemischen Prozess erzeugt wird und anschliessend als Positiv, Negativ oder Sofortabzug vorliegt. Dieser Begriff wurde geschaffen, um das traditionelle Verfahren der Fotografie von der neuen Technik der Digitalkameras abzugrenzen. Bei diesen entsteht das Bild mithilfe eines optisch-elektronischen Prozesses und liegt anschliessend nicht gegenständlich, sondern als Datei vor. Auch die späten analogen Kameras waren allerdings bereits kleine Computer, die Belichtung und Verschlusszeit automatisch steuern konnten.

Wie funktioniert analoge Fotografie?

Das Prinzip, das aller Fotografie zugrunde liegt, ist das der „Camera obscura“: Fällt Licht von aussen durch ein sehr kleines Loch in eine dunkle Kammer, so erscheint ein kleines Abbild der Aussenwelt an der Wand dieser Kammer, aber auf dem Kopf. In einer analogen Kamera trifft dieses kleine Bild nun auf einen lichtempfindlichen Film und setzt dort chemische Prozesse in Gang. Diese hören auf, sobald die Blende des Apparats wieder schliesst. Die nächste Aufnahme geschieht auf einem neuen Abschnitt des Films. Der fertig belichtete Film wird in ein lichtdichtes Gehäuse zurückgespult und im Dunkeln mithilfe von Chemikalien entwickelt. Je nach Filmtyp erhält man unterschiedliche Produkte:

  • Positive, also Dias, die man rahmen und mithilfe eines Projektors an der Wand ansehen kann
  • Negative, aus denen in einem weiteren Entwicklungsprozesse Papierabzüge gefertigt werden können
  • Bei Sofortbildkameras fällt das Licht in der Kamera nicht auf Film, sondern auf spezielles Fotopapier, das noch in der Kamera entwickelt wird.

Wann wurde die analoge Fotografie erfunden?

Die Fotografie, aus dem Altgriechischen übersetzt das „Malen mit Licht“, hat eine lange Vorgeschichte, bei der sowohl die optische als auch die chemische Komponente zusammenfinden mussten.

  • Schon Aristoteles beobachtete im 4. Jahrhundert vor Chr. das Prinzip der Camera obscura, aber erst Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) deutete es richtig. Im 17. Jahrhundert wurde aus der Kammer ein Kasten, den man transportieren konnte.
  • Die erste Fotografie produzierte der französische Erfinder Joseph Nicéphore Niépce 1822 auf einer asphaltbeschichteten Zinnplatte. Landsmann Louis Daguerre entwickelte 1837 eine mit Silberjodid beschichtete Silberplatte mit Quecksilberdämpfen und fixierte sie mit Kochsalzlösung.
  • 1840 stellte der Brite Willam Henry Fox das erste Negativ-Verfahren vor. Ebenfalls 1840 baute die Wiener Firma Voigtländer das erste Kameraobjektiv.
  • Die erste in grösserer Stückzahl industriell gefertigte Kamera war die Kodak Nr. 1, 1888 in den USA von George Eastman entwickelt.

Gibt es heute noch Gründe, analog zu fotografieren?

Das traditionelle Verfahren hat einen eigenen Reiz, hat bis heute treue Freunde und gewinnt neue Fans hinzu. Denn die Entstehung eines solchen Fotos ist ein bewusster, aber auch ein durchschaubarer und beeinflussbarer Prozess und nicht einfach ein weiteres Produkt aus dem Computer. Der Reiz ist umso grösser, je besser du auch mit den mechanischen Komponenten der Belichtung wie Blende und Verschlusszeit umgehen kannst und auf Automatik verzichtest. Es ist aber nicht mehr so einfach, ein Fotolabor zu finden, das die Bilder entwickelt.

Werden heute noch analoge Kameras hergestellt?

Es werden nur noch wenige Modelle hergestellt. Der Gebrauchtmarkt bietet aber immer noch ein grosses Angebot an hochwertigen und voll funktionsfähigen Kameras, Objektiven und sonstigem Zubehör – und die Nachfrage dort steigt.

Kann ich ein analoges Foto selbst entwickeln?

Schwarz-Weiss-Fotos sind recht einfach selbst zu entwickeln und abzuziehen, farbige etwas komplizierter. Du brauchst in jedem Fall einen Raum, der gut abzudunkeln ist und einen Wasserzugang hat – am einfachsten das Bad. Damit du beim Abziehen auch siehst, was du tust, brauchst du eine spezielle Dunkelkammerlampe, die das Lichtspektrum ausblendet, das deinen Bildern in diesem Stadium gefährlich werden könnte. Ausserdem benötigst du folgendes Zubehör:

  • Dose mit Spule zum Filmentwickeln
  • Vergrösserungsgerät
  • drei flache Schüsseln für Entwicklung, Stoppbad und Fixierbad der Abzüge
  • Chemikalien (Entwickler und Fixierer jeweils für Film und Papier)
  • Thermometer für die Flüssigkeiten
  • lichtempfindliches Fotopapier (nicht das für den Drucker!)

Wo bekomme ich Tipps, wenn ich analog fotografieren möchte?

Um dir selbst etwas beizubringen, kannst du zwischen Internetseiten, Youtube-Videos und Fachbüchern wählen. In Fotoklubs triffst du auf leidenschaftliche Fotografen, mit denen du dich austauschen kannst. Vielleicht findest du auch einen Kurs in deiner Nähe, wo du die wichtigsten Informationen zum Einstieg bekommst und ein paar Tricks lernen kannst.

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