Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Fotografen in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Langzeitbelichtung – Technik und künstlerische Durchführung

Langzeitbelichtung – Technik und künstlerische Durchführung

Dass Fotografie wahrlich eine Kunst ist, zeigt sich besonders schön in Langzeitbelichtungen. Diese kommen vorrangig für Motive der Landschaftsfotografie und für bewegliche Bilder zum Einsatz und werden bei Nacht oder mit schwachen und natürlichen Lichtquellen gemacht. Durch den Effekt können Details, Farben und Beleuchtung hervorgehoben werden oder bestimmte Szenen zum Verschwimmen gebracht werden. Das schafft Bewegung und Atmosphäre. Wie du Langzeitbelichtung effektiv einsetzt, erklären wir dir hier.

Was ist die Langzeitbelichtung bei Kameras?

Bestimmte Fotos zeigen einen Effekt, der einen Hintergrund beweglich oder verschwommen macht, wodurch eine kunstvolle Atmosphäre entsteht. Während du bestimmte Details klar erkennen kannst, sind Himmel, Wolken, Berge oder Gewässer nebelartig in die Länge gezogen, was den Bewegungsablauf sichtbar macht. Diesen Effekt erreichst du durch eine Langzeitbelichtung. Dabei handelt es sich in der Fotografie um ein Bild, das mehrere Sekunden lang belichtet wird, wobei es keine festgeschriebene Grenze der Belichtungszeit gibt. Wichtig ist jedoch, die Kamera während der Aufnahme sehr ruhig zu halten und den richtigen Moment einzufangen.

Wie funktioniert die Langzeitbelichtung?

Den Effekt der Langzeitbelichtung erreichst du nur bei natürlichen Lichtquellen, die nicht zu hell sind. Durch die Einstellung der Kamera nutzt du das verfügbare Licht, um einen bestimmten Ausschnitt zu betonen. Gegenüber der Fotografie mit kurzen Belichtungszeiten, die klar und deutlich das wiedergibt, was du geknipst hast, entstehen bei der Langzeitbelichtung tolle verwischte Bewegungsabläufe, die in der Zeit zerfliessen. Die Bewegungsunschärfe ist ein gestalterisches Mittel in der künstlerischen Fotografie, wobei auch Personen oder bewegliche Objekte das Motiv bilden können. Besondere Farbeffekte erzielst du durch Langzeitbelichtung nachts, wenn du Leuchtreklamen, Beleuchtungen oder andere Lichtquellen nutzt, die dann stärker hervortreten und verschwimmen. Allgemein hinterlassen im Dunkeln hellere Objekte immer Spuren und Streifen, die durch Langzeitbelichtung hervorgehoben werden.

Wie beeinflusst die Belichtungszeit die Bewegung der Motive und Aufnahmen?

Bei der Langzeitbelichtung wird der Bewegungseffekt ausgenutzt. Sehr schön siehst du das bei Wolkenbewegungen oder fliessendem Wasser. Daneben spielt aber auch die Belichtungszeit eine entscheidende Rolle, die durch ISO-Wert, Schärfe, eine geeignete Blende und den Zoom beeinflusst wird. Der Effekt kann innerhalb weniger Sekunden erzeugt werden, aber auch mehrere Minuten beanspruchen. Einer Verlängerung der Belichtungszeit ist keine Grenze gesetzt. Möglich ist das durch die Verwendung von:

  • Filtern mit geringer Lichtempfindlichkeit
  • Neutraldichtefilter
  • kleineren Blenden
  • Reduzierung des Umgebungslichts

Wann ist die Langzeitbelichtung in der Fotografie sinnvoll?

Die lange Belichtung bei Aufnahmen hat immer einen künstlerischen Effekt und macht sich bei Landschafts- und Architekturfotos besonders gut. Nachts funktioniert die Langzeitbelichtung natürlich am besten, beispielsweise, wenn du einen Sternenhimmel festhältst oder Effekte mit zusätzlichen Lichtquellen erzeugst, so einer Taschenlampe. Versuche, einen beleuchteten Brunnen aufzunehmen, um mit dem Effekt zu experimentieren. Die Bewegung des Wassers, das Licht und die lange Belichtung erzeugen einzigartige Bilder. Schön sind auch Aufnahmen des nächtlichen Strassenverkehrs. Die Beleuchtung der Fahrzeuge und der Stadt fliessen ineinander und kreieren tolle Schlieren.

Wie wird Langzeitbelichtung bei Kameras erzeugt?

Wie du die Einstellungen an deiner Kamera vornimmst, hängt davon ab, welche Motive du aufnehmen möchtest.

  • Wenn bewegliche Objekte aufgenommen werden, du jedoch keinen verwackelten Hintergrund möchtest, ist es wichtig, die Kamera durch ein Stativ zu fixieren oder entsprechende Bildstabilisierungsprogramme zu verwenden.
  • Bei der Nutzung eines Stativs hingegen sind Stabilisierungssysteme oder Autofokus weniger sinnvoll und sollten ausgeschaltet werden.
  • Viele Kameras verfügen über manuelle Belichtungseinstellungen und eine Zeitvorwahl. Dabei kannst du dann die Belichtungszeit ganz nach Wunsch und Empfinden regulieren.
  • Bei der Spiegelreflexkamera wiederum ist es wichtig, den Sucher abzudecken. Sie arbeitet mit einem halbdurchlässigen Spiegel und verteilt das Licht sowohl in den Autofokus als auch in den Sucher. Das ergibt die Bildschärfe und Farbintensität für eine höhere Bildqualität. Für den verschwommenen Effekt deckst du den Sucher ab, was über eine Gummibefestigung möglich ist, und änderst so die Verschlusszeit.

Für eine besondere Bildkomposition kannst du später die Farben und Effekte durch eine nachträgliche Bildbearbeitung anpassen. Einfluss auf den Langzeitbelichtungseffekt haben auch die Blende und der ISO-Wert. Versuche verschiedene Einstellungen bei Test-Fotos und passe die Werte bei Bedarf an. Die Technik, um die Aufnahmen lange zu belichten, ist nicht allzu kompliziert, besonders bei hochwertigen Kameras. Wichtig ist in der Fotografie natürlich auch die gute Wahl der Motive. Hier bieten sich Landschaften an, in denen Bewegung herrscht, so Sterne, Wolken, Wasser oder Wind.

Welche Kameras sind für Langzeitbelichtungen die besten?

Für die Langzeitbelichtung benötigst du im Grund keine besondere oder teure Kamera. Eine längere Belichtungszeit ist mit vielen Modellen möglich, ob nun analog oder digital, ob mit manuellen oder halbmanuellen Einstellungen. Moderne Digitalkameras verfügen zudem über den Modus für Langzeitbelichtung, wobei für kreative Prozesse die direkte Einstellung der Belichtungszeit etwas besser ist. Verfügt deine Kamera über einen TV-, AV- oder M-Modus, sind Langzeitbelichtungen kein Problem. System- und Spiegelreflexkameras wiederum besitzen einen Bulb Modus, der eine Belichtung über 30 Sekunden gestattet.

Welche Filter begünstigen eine Langzeitbelichtung?

Während sich der Schlieren-Effekt nachts mit natürlicher Beleuchtung von alleine einstellt, benötigst du tagsüber entsprechende Filter. Ansonsten entstehen bei starker Sonneneinstrahlung oder auch normalem Tageslicht und der Nutzung der Langzeitbelichtungsfunktion lediglich weisse Bilder. Das liegt daran, dass zu viel Licht den Sensor erreicht. Daher ist ein Filter notwendig, wobei Graufilter die beste Lösung sind. Sie werden auch ND Filter genannt und blockieren das einfallende Licht effektiv.

Der Fotografvergleich für die Schweiz. Finde die besten Fotografen in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Alles zum Fotodruck aus professioneller Hand

Trotz der wachsenden Anzahl digitaler Fotos freuen sich viele Menschen immer noch über Fotoabzüge oder den ausgedruckten Schnappschuss. Das Papierfoto hat eine andere Wirkung als die Betrachtung der Bilder über einen Monitor. Die Abzüge können gerahmt, vervielfältigt, aber auch durch digitale Foto- und Drucktechnik zu wunderschönen Fotogeschenken und Bildern im Grossformat werden. Der Fotodruck erlaubt mehr als nur den Ausdruck einer Fotosammlung. Kreative Fotobücher, das Foto als Leinwanddruck oder auf hochwertigem Spezialpapier erzielen eine grosse Wirkung.

Der Bokeh Effekt – die sieben wichtigsten Fragen für kunstvolle Fotos mit Unschärfe!

Wer besonders künstlerisch anmutende Fotografien erstellen will, sollte sich mit dem Bokeh Effekt beschäftigen. Das japanische Wort "Bokeh" bedeutet soviel wie "Nebel" oder "Schleier" und bezieht sich auf die ästhetische Qualität der Unschärfe eines Bildhintergrunds. Schöne Fotos mit diesem Stilmittel zu erstellen, ist alles andere als einfach und erfordert viel Übung. Aber schaffst du es, den Bokeh Effekt umzusetzen, erzielst du mit deinen Bildern eine unglaubliche Wirkung. Der Effekt lässt sich direkt mit einer Kamera oder über eine Software realisieren. Sogar mit einer modernen Smartphone-Kamera kannst du tolle Bilder schiessen. Wir beantworten dir hier die wichtigsten Fragen zum Thema.

Verschlusszeit: Perfekt fotografieren mit der richtigen Belichtungszeit

Wer sich mit den Grundlagen von Fotografie beschäftigt, dem begegnen viele technische Begriffe. Die Verschlusszeit ist einer davon: Für Porträts und Landschaften, in der Sportfotografie oder bei Dämmerung sind unterschiedliche Einstellungen nötig. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff und wie findest du die richtige Verschlusszeit für dein gewähltes Motiv? Die wichtigsten Fragen rund um dieses Thema beantwortet dir unser Artikel.

Subtraktive Farbmischung – ein wichtiger Bestandteil der Farblehre

Die Mischgesetze bei Lichtfarben und Körperfarben ergeben beeindruckende Zusammenhänge. Abgekürzt werden sie mit RGB und CMY und sind primär für Farbfilme oder Druckverfahren interessant. RGB sind die Primärfarben der Lichtfarben und die Sekundärfarben der Körperfarben. CMY sind die Primärfarben der Körperfarben und die Sekundärfarben der Lichtfarben. Daraus ergeben sich zwei Mischsysteme für Licht- und Körperfarben, die additive und subtraktive Farbmischung. Alles über die letztere erfährst du hier.

Die Camera obscura als Basis der modernen Fotografie

Die Camera obscura hat eine interessante Geschichte und ist die Grundlage für alle modernen Kameras und Fotoapparate mit Objektiv. Sichtbar wird das Prinzip bei einer typischen Diavorführung. Jeder weiss, dass der Raum abgedunkelt werden muss, um das Bild auf der Leinwand erkennen zu können. Das ist der Effekt der Camera obscura, die übersetzt etwa „dunkle Kammer“ bedeutet. Heute wird darunter natürlich auch die Lochkamera verstanden, die den Effekt der Projektion eines Bildes in der Kombination von Licht, Loch und dunklem Kasten ermöglicht.

Das passende Fotozubehör für jeden Anlass

Kameras sind nicht das Einzige, worüber du dir als Fotograf den Kopf zerbrichst. Auch das richtige Fotozubehör zu finden, kann dich vor eine wahre Herausforderung stellen. Aber was genau ist das eigentlich? Im Prinzip zählt alles dazu, womit du dich als Fotograf ausrüsten kannst. So zum Beispiel Objektive, Ladegeräte, Blitzgeräte oder geeignete Stative. Jeder Fotograf verbringt viele Stunden damit, das passende Fotozubehör zu finden. Doch du kannst den Aufwand minimieren, indem du dir genau überlegst, welche Ansprüche das Equipment erfüllen soll.