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Langzeitbelichtung – Technik und künstlerische Durchführung

Dass Fotografie wahrlich eine Kunst ist, zeigt sich besonders schön in Langzeitbelichtungen. Diese kommen vorrangig für Motive der Landschaftsfotografie und für bewegliche Bilder zum Einsatz und werden bei Nacht oder mit schwachen und natürlichen Lichtquellen gemacht. Durch den Effekt können Details, Farben und Beleuchtung hervorgehoben werden oder bestimmte Szenen zum Verschwimmen gebracht werden. Das schafft Bewegung und Atmosphäre. Wie du Langzeitbelichtung effektiv einsetzt, erklären wir dir hier.

Was ist die Langzeitbelichtung bei Kameras?

Bestimmte Fotos zeigen einen Effekt, der einen Hintergrund beweglich oder verschwommen macht, wodurch eine kunstvolle Atmosphäre entsteht. Während du bestimmte Details klar erkennen kannst, sind Himmel, Wolken, Berge oder Gewässer nebelartig in die Länge gezogen, was den Bewegungsablauf sichtbar macht. Diesen Effekt erreichst du durch eine Langzeitbelichtung. Dabei handelt es sich in der Fotografie um ein Bild, das mehrere Sekunden lang belichtet wird, wobei es keine festgeschriebene Grenze der Belichtungszeit gibt. Wichtig ist jedoch, die Kamera während der Aufnahme sehr ruhig zu halten und den richtigen Moment einzufangen.

Wie funktioniert die Langzeitbelichtung?

Den Effekt der Langzeitbelichtung erreichst du nur bei natürlichen Lichtquellen, die nicht zu hell sind. Durch die Einstellung der Kamera nutzt du das verfügbare Licht, um einen bestimmten Ausschnitt zu betonen. Gegenüber der Fotografie mit kurzen Belichtungszeiten, die klar und deutlich das wiedergibt, was du geknipst hast, entstehen bei der Langzeitbelichtung tolle verwischte Bewegungsabläufe, die in der Zeit zerfliessen. Die Bewegungsunschärfe ist ein gestalterisches Mittel in der künstlerischen Fotografie, wobei auch Personen oder bewegliche Objekte das Motiv bilden können. Besondere Farbeffekte erzielst du durch Langzeitbelichtung nachts, wenn du Leuchtreklamen, Beleuchtungen oder andere Lichtquellen nutzt, die dann stärker hervortreten und verschwimmen. Allgemein hinterlassen im Dunkeln hellere Objekte immer Spuren und Streifen, die durch Langzeitbelichtung hervorgehoben werden.

Wie beeinflusst die Belichtungszeit die Bewegung der Motive und Aufnahmen?

Bei der Langzeitbelichtung wird der Bewegungseffekt ausgenutzt. Sehr schön siehst du das bei Wolkenbewegungen oder fliessendem Wasser. Daneben spielt aber auch die Belichtungszeit eine entscheidende Rolle, die durch ISO-Wert, Schärfe, eine geeignete Blende und den Zoom beeinflusst wird. Der Effekt kann innerhalb weniger Sekunden erzeugt werden, aber auch mehrere Minuten beanspruchen. Einer Verlängerung der Belichtungszeit ist keine Grenze gesetzt. Möglich ist das durch die Verwendung von:

  • Filtern mit geringer Lichtempfindlichkeit
  • Neutraldichtefilter
  • kleineren Blenden
  • Reduzierung des Umgebungslichts

Wann ist die Langzeitbelichtung in der Fotografie sinnvoll?

Die lange Belichtung bei Aufnahmen hat immer einen künstlerischen Effekt und macht sich bei Landschafts- und Architekturfotos besonders gut. Nachts funktioniert die Langzeitbelichtung natürlich am besten, beispielsweise, wenn du einen Sternenhimmel festhältst oder Effekte mit zusätzlichen Lichtquellen erzeugst, so einer Taschenlampe. Versuche, einen beleuchteten Brunnen aufzunehmen, um mit dem Effekt zu experimentieren. Die Bewegung des Wassers, das Licht und die lange Belichtung erzeugen einzigartige Bilder. Schön sind auch Aufnahmen des nächtlichen Strassenverkehrs. Die Beleuchtung der Fahrzeuge und der Stadt fliessen ineinander und kreieren tolle Schlieren.

Wie wird Langzeitbelichtung bei Kameras erzeugt?

Wie du die Einstellungen an deiner Kamera vornimmst, hängt davon ab, welche Motive du aufnehmen möchtest.

  • Wenn bewegliche Objekte aufgenommen werden, du jedoch keinen verwackelten Hintergrund möchtest, ist es wichtig, die Kamera durch ein Stativ zu fixieren oder entsprechende Bildstabilisierungsprogramme zu verwenden.
  • Bei der Nutzung eines Stativs hingegen sind Stabilisierungssysteme oder Autofokus weniger sinnvoll und sollten ausgeschaltet werden.
  • Viele Kameras verfügen über manuelle Belichtungseinstellungen und eine Zeitvorwahl. Dabei kannst du dann die Belichtungszeit ganz nach Wunsch und Empfinden regulieren.
  • Bei der Spiegelreflexkamera wiederum ist es wichtig, den Sucher abzudecken. Sie arbeitet mit einem halbdurchlässigen Spiegel und verteilt das Licht sowohl in den Autofokus als auch in den Sucher. Das ergibt die Bildschärfe und Farbintensität für eine höhere Bildqualität. Für den verschwommenen Effekt deckst du den Sucher ab, was über eine Gummibefestigung möglich ist, und änderst so die Verschlusszeit.

Für eine besondere Bildkomposition kannst du später die Farben und Effekte durch eine nachträgliche Bildbearbeitung anpassen. Einfluss auf den Langzeitbelichtungseffekt haben auch die Blende und der ISO-Wert. Versuche verschiedene Einstellungen bei Test-Fotos und passe die Werte bei Bedarf an. Die Technik, um die Aufnahmen lange zu belichten, ist nicht allzu kompliziert, besonders bei hochwertigen Kameras. Wichtig ist in der Fotografie natürlich auch die gute Wahl der Motive. Hier bieten sich Landschaften an, in denen Bewegung herrscht, so Sterne, Wolken, Wasser oder Wind.

Welche Kameras sind für Langzeitbelichtungen die besten?

Für die Langzeitbelichtung benötigst du im Grund keine besondere oder teure Kamera. Eine längere Belichtungszeit ist mit vielen Modellen möglich, ob nun analog oder digital, ob mit manuellen oder halbmanuellen Einstellungen. Moderne Digitalkameras verfügen zudem über den Modus für Langzeitbelichtung, wobei für kreative Prozesse die direkte Einstellung der Belichtungszeit etwas besser ist. Verfügt deine Kamera über einen TV-, AV- oder M-Modus, sind Langzeitbelichtungen kein Problem. System- und Spiegelreflexkameras wiederum besitzen einen Bulb Modus, der eine Belichtung über 30 Sekunden gestattet.

Welche Filter begünstigen eine Langzeitbelichtung?

Während sich der Schlieren-Effekt nachts mit natürlicher Beleuchtung von alleine einstellt, benötigst du tagsüber entsprechende Filter. Ansonsten entstehen bei starker Sonneneinstrahlung oder auch normalem Tageslicht und der Nutzung der Langzeitbelichtungsfunktion lediglich weisse Bilder. Das liegt daran, dass zu viel Licht den Sensor erreicht. Daher ist ein Filter notwendig, wobei Graufilter die beste Lösung sind. Sie werden auch ND Filter genannt und blockieren das einfallende Licht effektiv.

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