Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Zurück zur Artikelübersicht

Verschlusszeit: Perfekt fotografieren mit der richtigen Belichtungszeit

Wer sich mit den Grundlagen von Fotografie beschäftigt, dem begegnen viele technische Begriffe. Die Verschlusszeit ist einer davon: Für Porträts und Landschaften, in der Sportfotografie oder bei Dämmerung sind unterschiedliche Einstellungen nötig. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff und wie findest du die richtige Verschlusszeit für dein gewähltes Motiv? Die wichtigsten Fragen rund um dieses Thema beantwortet dir unser Artikel.

Was ist die Verschlusszeit in der Fotografie?

Wenn es um die passende Bildhelligkeit einer Aufnahme geht, sind drei Faktoren entscheidend für die perfekte Bildwirkung:

  • Blende
  • ISO-Zahl
  • Verschlusszeit

Die Verschlusszeit, im Englischen „shutter speed“ genannt, wird gelegentlich auch als Belichtungszeit genannt. Von der richtigen Einstellung hängt es ab, ob Verwacklungen die Bildqualität beeinträchtigen. Sie ist dazu da, Bewegungen der Fotomotive in einer scharfen Aufnahme einzufrieren. Gerade bei langen Verschlusszeiten kommt es schnell zu „wackeligen“, unscharfen Aufnahmen. Die Verschlusszeit legt fest, wie gross die einfallende Lichtmenge auf den Bildsensor ist, also wie viel Licht während der Aufnahme in die Kamera einfällt. Der Verschluss der Kamera öffnet sich für die Dauer des festgelegten Zeitraums, Licht fällt ein, bis der Verschluss sich wieder schliesst. Bei einer Spiegelreflexkamera wird dazu zunächst der Spiegel, der sich vor dem Bildsensor befindet, hochgeklappt. Anschliessend bewegen sich die Lamellen vor dem Sensor und geben den Weg für einfallende Lichtstrahlen frei. Die klassische Spiegelreflexkamera hat einen mechanischen oder elektromechanischen Verschluss, digitale Kameras nutzen meist eine andere Technik, einen elektronischen Verschluss. Hier fällt durchgehend Licht auf den Sensor. Zu Beginn der Aufnahme werden die Pixel geleert und für die Dauer der Aufnahme gesammelt. Zum Ende der Verschlusszeit verschiebt die Kamera die Ladung in einen Speicher. Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben. Die Spannweite der kurzen Belichtungszeiten liegt dabei zwischen 1/60 Sekunden und 1/2000 Sekunden. Lange Verschlusszeiten sind solche, die grösser als 1/60 oder gar grösser als eine Sekunde sind.

Grundlagen der Bildgestaltung: Welche Belichtungszeit für welche Situation?

Die Verschlusszeit ist dann wichtig, wenn deine Fotomotive in Bewegung sind. Bei Landschaften etwa kommt es nur darauf an, dass die Belichtung insgesamt korrekt ist. Je nachdem, wie schnell sich das Motiv bewegt, hat das Einfluss auf die Belichtungszeit. Hier kannst du dich an grob geschätzten Richtwerten orientieren:

  • Personen in normaler Bewegung erfordern eine Belichtungszeit von 1/125 Sekunden und weniger
  • rennende Personen eher 1/500 Sekunden und kürzer
  • Sportler, aber auch schnell fahrende Autos liegen bei etwa 1/1000 Sekunden und weniger
  • Ein Vogel im Flug, dessen Flügelschlag scharf eingefangen werden soll, wäre mit 1/2000 Sekunden und weniger festzuhalten

Diese Schätzungen sind nur Anhaltspunkte: Einerseits kann es sein, dass eine gewisse Bildunschärfe gewollt ist, je nachdem, was du mit deiner Bildgestaltung beabsichtigst. Andererseits sind die konkreten Zeiten auch Übungssache: Mit zunehmender Erfahrung in der Bildgestaltung und im Umgang mit deiner Kamera wirst du selbst die besten Zeiten für deine Fotomotive und die perfekte Auflösung abschätzen können.

Bildgestaltung und Fotomotive perfekt abstimmen: Welche Verschlusszeiten bei Nacht und Dämmerung?

Die drei Grundlagen der Bildgestaltung, Blende, Bildsensor und Verschlusszeit, werden voneinander abhängig eingestellt, um das perfekte Ergebnis zu erhalten. Bei hohen ISO-Werten kannst du auch bei Dämmerung und geringer Lichtmenge relativ kurze Verschlusszeiten einstellen. Lichtschwächere Objektive – also solche mit geringeren ISO-Werten – machen es nötig, den Verschluss länger zu öffnen. Unerwünschte Verwacklungen sind die Folge. Bei einer Verschlusszeit von über einer Sekunde kannst du hohe Schärfentiefen nicht mehr ohne Stativ erzielen.

Ab welcher Verschlusszeit brauche ich ein Stativ?

Jenseits der Freihandgrenze brauchst du ein Stativ, um keine Verwacklungen zu riskieren. Das ist der Fall, wenn die Verschlusszeit mehr als eine Sekunde beträgt oder wenn du abblenden musst, um trotz Dämmerung eine hohe Schärfentiefe zu bekommen. Auch eine Fotografie mit niedrigem ISO-Wert und langer Verschlusszeit klappt nur noch mit Stativ. Taste dich mit mehreren Aufnahmen an die passende Blende und Belichtungszeit für deine Motive heran, ausgehend von einer Verschlusszeit von 30 Sekunden.

Welche Verschlusszeit ist die richtige beim Filmen?

Auch hier kommt es auf das Zusammenspiel an. Bei 24 Bildern pro Sekunde wird die Kamera auf eine Belichtungszeit von etwa 1/48 eingestellt. Höhere Werte belichten die einzelnen Bilder zu kurz, die Bewegungen wirken eingefroren. Kürzere Zeiten können zum Beispiel an sonnigen Tagen sinnvoll sein.

Wie stelle ich die Belichtungszeit an der Spiegelreflexkamera ein?

Schnelle Bewegungen werden mit kurzen Verschlusszeiten fotografiert: Hier stellst du eine Belichtungszeit von weniger als 1/60 Sekunden ein. Für Nachtaufnahmen, gewünscht unscharfe Bilder und unbewegliche Motive nimmst du lange Verschlusszeiten: Hier stellst du mehr als 1/60 Sekunden ein. Die Faustformel für Belichtungszeiten: Nimm eine Verschlusszeit, die kürzer ist als der Umkehrwert der eingestellten Brennweite. Wenn also eine Brennweite von 50 Millimeter gewählt wurde, nimmst du eine Verschlusszeit von 1/50 Sekunden.

Tipps aus der Praxis: Wie vermeide ich Verwacklungen?

  • Setze die Kamera aufs Stativ, gerade bei langen Belichtungsverhältnissen.
  • Nutze den automatischen Auslöser per Fernbedienung oder auf Zeit.
  • Stütze dich beziehungsweise deinen Ellbogen auf einer stabilen Unterlage ab, während du fotografierst.
  • Stelle die Kamera auf stabilen Grundlagen ab und drücke dann den Auslöser.

Das könnte dich auch interessieren

dpi berechnen – Mit dieser Formel gelingt jeder Druck

Die Pixeldichte ist ein wichtiger Bestandteil der digitalen Fotografie. Dabei gilt: Je höher die Pixeldichte, desto mehr Details sind im Bild zu erkennen. Um das Beste aus einem Bild herauszuholen, solltest du ein paar Begriffe kennen und im Schlaf abrufen können. Einer davon ist dpi (dots per inch). Als Mediengestalter und Fotograf solltest du wissen, welche Kriterien für ein aussagekräftiges und detailreiches Bild substanziell sind. Die Berechnung der dpi gehört dabei zu den wesentlichen Bausteinen der digitalen Nachbearbeitung. Wie sich die dpi berechnen lassen, erfährst du hier!

Bildrauschen – wie sich Störungen bei digitalen Fotos vermeiden lassen

Die Bildqualität eines Fotos hängt von vielen Faktoren ab. Nicht immer genügt es, eine gute Kamera zu kaufen und dann die Arbeit dem digitalen Gerät zu überlassen. Ein häufiger Effekt ist das Bildrauschen, unter dem die Bildqualität erheblich leidet. Der störende Effekt lässt sich aber durch Tricks und Einstellungen vermeiden. Auch kann Bildrauschen durch eine Nachbearbeitung am Computer entfernt werden.

Dokumentarfilmer besetzen eine wichtige kulturelle Nische

Inzwischen gibt es unzählige Dokumentarfilme und Produzenten und damit die unterschiedlichsten Genres und Subgenres zu jeder Kategorie. Der erfolgreichste Film dieser Art ist „Fahrenheit 9/11“ von Michael Moore, der weltweit 222 Millionen US-Dollar einspielte. Ein Dokumentarfilm hat dabei den Anspruch, authentisch zu wirken. Gleichzeitig wird dabei immer auch eine Meinung transportiert. Die Erwartungen des Betrachters an einen Dokumentarfilm sind in der Regel anders als an einen Spielfilm.

Zeitraffer – Anwendungen und Techniken für Beschleunigungseffekte im Video

Aufnahmen, die mit einer herabgesetzten Bildrate in einer normalen Geschwindigkeit abgespielt werden, zeigen den Verlauf der Bewegung nicht mehr in Echtzeit, sondern wirken im Vorgang schneller. Das macht Veränderungen sichtbar, die ansonsten nur schwer wahrnehmbar wären und erlaubt die Betonung von Ereignissen im Filmverlauf. Bewirkt wird das durch den Zeitraffer, ein Verfahren der Fotografie, das die Wiedergabe von Szenen in stark beschleunigtem Tempo zeigt. Wie du damit interessante Effekte erzielst, erfährst du hier.

Fluchtpunktperspektive: Infos und Tipps zum Prinzip des perspektivischen Bildaufbaus und seiner Wirkung

Für ausdrucksstarke Fotos und Bilder mit Tiefenwirkung gehört die Perspektive zu einem wesentlichen Gestaltungsmerkmal. Wenn das Auge des Betrachters auf einen oder mehrere Fluchtpunkte am Horizont fällt, ist die Rede von der Fluchtpunktperspektive. Wie diese zentrale Perspektive definiert ist, wodurch sich die Bilder mit der Fluchtpunktperspektive auszeichnen und welche Wirkung sie erzielen, erklärt dir unser informativer Ratgeber. Ausserdem erläutern wir relevante Begriffe, wie Fluchtpunkt, Fluchtlinie sowie Horizontlinie, die dir bei der Umsetzung toller Bilder helfen.

Dias digitalisieren – viele Wege führen zum Ziel

Hast du auch noch Dias zu Hause? Dias halten oft besondere Erinnerungen fest, aber sie altern. Eigentlich würdest du die Bilder auch gerne auf dem Computer ansehen. Wie sicherst du die Schnappschüsse aus der Vergangenheit? Digitalisierung ist die Lösung. Dazu gibt es verschiedene Methoden, die unterschiedlich zeitaufwendig und kostenintensiv sind: Du kannst ein Fotolabor damit beauftragen und komplette Diamagazine dort abliefern. Du kannst sie selbst mit einem Scanner digitalisieren. Wenn du eine gute Digitalkamera hast, kannst du die Dias auch mit einer selbst gebauten Hilfskonstruktion abfotografieren. Hier findest du Tipps und Anleitungen zum Dias Digitalisieren.